Pressestimmen und Rückblicke

Hilfe für die Berufsausbildung

Studentenwerk geht Kooperation für Menschen mit Förderbedarf ein

Kieler Nachrichten vom 12. Juli 2017

Das Studentenwerk Schleswig-Holstein und die Deutsche Angestellten-Akademie (DAA) haben auf dem Campus der Uni Kiel eine Kooperation vertraglich vereinbart. Danach trägt auch das Studentenwerk zur beruflichen Integration von Menschen mit erhöhtem Förderbedarf bei.

Susann Schrader, Geschäftsführerin des Studentenwerks und Christine Dressler, stellvertretende Zweigstellenleiterin der DAA Schleswig-Holstein, stellten das Angebot der DAA vor. Die dreijährige integrative Berufsausbildung wird durch die Bundesagentur für Arbeit gefördert und richtet sich an junge Menschen mit zum Beispiel einer Lern-, Sinnes- oder Körperbehinderung, die im Bürobereich tätig sein möchten. Praktische Erfahrungen sammen die Azubis in der Übungsfirma der DAA, als auch durch Ausbildungsphasen in Unternehmen, bei Ämtern und Behörden – so nun auch im Studentenwerk Schleswig-Holstein. "Als gemeinnützige Organisation mit einem sozialen Auftrag war es für uns selbstverständlich, dass wir uns als Kooperationsbetrieb zur Verfügung stellen", erklärt Schrader.

Als erste Auszubildende im Rahmen des Vertrages verbringt Merke Madsen derzeit im zweiten Ausbildungsjahr ihren betrieblichen Abschnitt im Studentenwerk. Die 25-Jährige, die eine Sehbehinderung hat, will Fachpraktikerin für Bürokommunikation werden. "Das, was ich in der Übungsfirma gelernt habe kann ich nun in der Realität anwenden – das ist sehr aufregend für mich", zitiert sie das Studentenwerk. Innerhalb von zwei Monaten wird die Kielerin fast alle Abteilungen des Studentenwerks durchlaufen. Auch Christine Dressler freut sich über die Kooperation. "Unsere Auszubildenden können nicht sofort die volle Leistung bringen. Es ist klasse, dass sich das Studentenwerk die nötige Zeit nehmen möchte." Ziel der Berufsausbildung sind unter anderem die Übernahme in ein reguläres Ausbildungsverhältnis oder die anschließende Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit.

Weiterbildung als Erweiterung der Ausbildung

Interview mit Juliane Wein über ihre Weiterbildung mit der DAA Neumünster

Das Gespräch wurde von Frau Christiane Gerth geführt, Lernberaterin in der Aus- und Weiterbildung der DAA Neumünster.

Christiane Gerth: Aus welchem Anlass sind Sie zur DAA gekommen?

Juliane Wein: Ich stehe kurz vor Beendigung meiner Ausbildung zur Automobilkauffrau und werde von meinem Ausbildungsbetrieb übernommen. Ich werde dann den Aufgabenbereich der Personal- und Kreditorenbuchhaltung übernehmen. Da das Thema Personalwesen und Entgeltabrechnung in der Ausbildung nur kurz behandelt wird, wollte ich mich an dieser Stelle zur Vertiefung weiterbilden. Um gut für die neuen Berufsanforderungen gerüstet zu sein, wollte ich gern mehr Hintergrundwissen erwerben.

CG: Warum haben Sie sich für die DAA entschieden?

JW: Meine Vorgesetzte hat sich vorab mit der DAA in Verbindung gesetzt, unser Anliegen geschildert und um Informationen gebeten. Aus dem Modulplan der DAA zum Thema Personalwesen konnten wir dann ganz individuell heraussuchen, was für mich wichtig zu lernen ist und auch zeitlich bei uns in den Betriebsalltag passte. Ich konnte mir also eine Schulung zusammenstellen, die speziell für mich gemacht war. Gut war auch, dass ich jeweils montags beginnen konnte, wodurch der Lehrgang dann zeitlich auch sehr flexibel war.

CG: Entsprach die Lernform Ihren Erwartungen?

JW: Ich bin eigentlich mit ganz anderen Vorstellungen gekommen. Ich dachte es ist mehr wie der Frontalunterricht in der Schule, bei dem man sehr viel zuhören muss und sich Notizen macht. Aber das Arbeiten mit der Lernplattform hat dann meine Erwartung übertroffen. Ich konnte mir die Inhalte selbstständig in meinem Tempo erarbeiten. Die Module auf der Plattform sind sehr gut strukturiert, so dass man genau weiß, was man lernen muss. Außerdem habe ich zusätzlich noch Bücher zu speziellen Themen bekommen, wodurch ich dann auch Abwechslung hatte und manche Inhalte noch vertiefen konnte.

CG: Was nehmen Sie für sich aus dieser Weiterbildung mit?

JW: Ich fühle mich jetzt deutlich besser vorbereitet auf die neue berufliche Aufgabe. Ich bin nicht nur darauf angewiesen, was mir meine Vorgängerin vermittelt, sondern habe mehr Verständnis für die gesamte Entgeltabrechnung und verstehe die Hintergründe. Das gibt mir Sicherheit. Außerdem habe ich Lust auf mehr bekommen. Ich würde gern noch weitere Inhalte zu diesem Thema bei der DAA lernen. Mal sehen, ob das nochmal zeitlich möglich sein wird.

CG: Was würden Sie zukünftigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für eine Weiterbildung bei der DAA mit auf den Weg geben?

JW: Man muss schon mit Lust auf das Lernen an die Sache rangehen. Dabei hilft eine gute Vorbereitung. Man sollte sich vorher bei der DAA beraten lassen, damit man auch gezielt das lernt, was man braucht. Natürlich ist auch Disziplin beim Lernen notwendig und man muss sich selbst gerne organisieren. Außerdem kann man beim Land Schleswig-Holstein einen Weiterbildungsbonus beantragen, der bis zu 50% der Kosten übernimmt. Es gibt auch noch andere Fördermittel, so dass die Firma nicht alles bezahlen muss. Da sollte man sich vorher informieren.

CG: Vielen Dank für das Gespräch und viel Spaß bei Ihrer neuen beruflichen Herausforderung!

Tag der offenen Tür

Teilnehmer des Projektes Neustart zeigen Erarbeitetes

Dithmarschener Landeszeitung vom 2. Juni 2017

Heide (rd) Das Projekt Neustart des Jobcenters Dithmarschen (JC) und der Deutschen Angestellten-Akademie (DAA) Heide organisierte erstmalig einen Tag der offenen Tür.

2012 startete das JC mit der DAA das Projekt Neustart im Rahmen des beschäftigungsorientierten Fallmanagements. "Dieses Projekt ist für Menschen, die von einer Integration in den Arbeitsmarkt noch weit entfernt sind", erklärte Arne Klepper, Fallmanager im Jobcenter Dithmarschen. Das Projekt hilft Langzeitarbeitslosen, in Zusammenarbeit mit Coaches und Sozialpädagogen, sich wieder nach einer Tagesstruktur zu richten. Die Menschen, für die durch soziale Isolation, fehlende soziale Kontakte, Ängste oder persönliche Schicksale der "normale" Arbeitsalltag nicht zu bewältigen ist, finden hier Unterstützung. "Mithilfe von Gesprächen, Aufgaben, Projekten und betrieblichen Erprobungen werden die Teilnehmer behutsam wieder an die Welt des Arbeitslebens herangeführt", erklärte Diplom-Sozialpädagogin Claudia Mulinski von der DAA. Die Teilnehmer erhalten die Möglichkeit sich neu zu orientieren, Stärken und Schwächen auszuloten. In diversen Projekten zur Berufsfelderprobung kann und wird sich erprobt.

Die Teilnahme am Projekt startet mit einem Aktivierungsgutschein vom JC und ist so individuell wie die Situation des Teilnehmers. Im Zeitraum von sechs Monaten bis hin zu einem Jahr wird in Teilzeit, Vollzeit oder individuell vereinbarter Zeit die Unterstützung in Anspruch genommen. Die derzeit 15 Teilnehmer, im Alter zwischen 20 und 50 Jahren, zeigten den Mitarbeitern des Jobcenters die erarbeiteten Projekte, unter anderem aufwendige Gesellschaftsspiele, und luden zu einem Büfett ein.

Einblick in die deutsche Berufswelt

Im Rahmen einer Kooperation der Deutschen Angestellten-Akademie und den Itzehoer Versicherungen wird zwei weiblichen Flüchtlingen ein Praktikum ermöglicht.

Norddeutsche Rundschau vom 24.4.2017

Was sind die Besonderheiten des deutschen Berufsalltags? Welche Chancen und Perspektiven gibt es? Welche Voraussetzungen sind dafür entscheidend? Wie sieht eine perfekte Bewerbung aus? Eine Woche lange haben sich Yasmin Istanboli (23) und Fatima Al-Rubaye (21) mit diesen und weiteren Fragen auseinandergesetzt. Sie absolvieren ein Praktikum bei den Itzehoer Versicherungen, um das deutsche Berufsleben näher kennen zu lernen. Yasmin Istanboli stammt aus Aleppo. Sie ist vor eineinhalb Jahren mit ihrer Familie aus Aleppo geflüchtet und lebt heute in Itzehoe. Vor der Flucht hatte sie ein Jahr lang französische Literatur studiert. Nun will sie ein deutsches Abitur nachholen – noch sucht sie allerdings einen Kindergartenplatz für ihren fast dreijährigen Sohn.

Fatima Al-Rubaye, vor eineinhalb Jahren mit ihren beiden Brüdern geflüchtet, lebt heute in Kellinghusen. In ihrer Heimat hatte sie drei Semester lang Bauingenieurswesen studiert. Sie hofft, bald ein Studienkolleg besuchen zu können, um anschließend ein Wirtschaftsstudium aufzunehmen. Zu ihren in Bagdad gebliebenen Eltern und ihrer großen Schwester hält sie via Skype Kontakt.

Derzeit nehmen die beiden Frauen an der Maßnahme „Perspektiven für weibliche Flüchtlinge“ der Deutschen Angestellten-Akademie DAA teil, in Itzehoe geleitet von der Pädagogin Natalie Campion. Ziel ist die Integration in die deutsche Berufswelt. „Für den praktischen Teil dieser Maßnahmen sind Unternehmenspraktika vorgesehen“, sagt Natalie Campion. „Die Kooperation mit der Itzehoer ist ideal. Sie gehört zu den wenigen Firmen, die bisher hierzu bereit sind.“ Für die Itzehoer leitet Patricia Freytag (Personalentwicklung) das Praktikum.

Mit dem Integrationskurs im Landtag

Geflüchteten Menschen konnten die demokratischen Prozesse aus erster Hand erfahren.

Am 24. Februar 2017 wurde unseren Integrationskursteilnehmer/-innen die Gelegenheit zuteil, einmal den schleswig-holsteinischen Landtag von innen zu sehen. Zusammen mit Frau Beekmann, unserer Lehrerin für „Deutsch als Fremdsprache“, durften sie einen Blick in die Räumlichkeiten des Landeshauses werfen, eine Landtagsdebatte aus erster Hand erfahren – und Zeugen werden, dass eine Landtagsdebatte auch mal mit einer angeordneten Pause beginnen kann. Der Besuch bildete den Übergang vom allgemeinen Sprachkurs zum Orientierungskurs, in dem geflüchtete Menschen über die politischen, sozialen und geschichtlichen Verhältnisse Deutschlands unterrichtet werden.

Wir bedanken uns herzlich für die Offenheit und die Gastfreundschaft, die uns im Landeshaus entgegengebracht wurde.

Im Foto von links nach rechts: Sharmin Shafei Sonj, Gabriele Beekmann, Karar Mohammed Abdallah, Muhammed Ali Sido Resho, Stefan Studt, Daban Yassin Mohammed, Robert Habeck, Maryam Pardisi, Zahide Badii

Wie gelingt Integration?

Eine Geschichte zum Mutmachen für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber – und arbeitsuchende Geflüchtete.

Kieler Express vom 15. Februar 2017

Dass das Jobcenter ein vielfältiges Angebot für geflüchtete Menschen und deren Integration in den Arbeitsmarkt bereithält, ist bereits bekannt. Doch wie geht man am Besten vor, wenn man einen Menschen mit Fluchthintergrund einstellen will? Hier eine Geschichte aus der Praxis, die zeigt, wie Integration gelingen kann, wenn alle Hand in Hand zusammenarbeiten.

Samer Alnajem kam 2014 aus Syrien nach Deutschland. In seinem Herkunftsland hat er Bauingenieurwesen studiert und möchte in Deutschland in diesem Beruf arbeiten, „doch mein erstes Ziel war es, Deutsch zu lernen“ erzählt der 30jährige. Im Kurs des Jobcenters kann er seine Deutschkenntnisse vertiefen und gleichzeitig Arbeitserfahrung sammeln. Denn ein Ziel des Kurses bei der DAA ist es, ein Praktikum zu absolvieren. „Unser Ansatz ist es, gut qualifizierte Flüchtlinge schnell auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren“ sagt Steffen Pauels, der im Jobcenter im Team Vertrieb arbeitet. „Wenn möglich, versorgen wir diese Menschen sofort mit einem Arbeitsplatzangebot oder einer Praktikumsstelle.“ Dieser „Work first“- Ansatz hat sich bereits in vielen Fällen bewährt. „Vor allem die guten Deutschkenntnisse von Herrn Alnajem haben mir imponiert“ sagt Bianca Aktas von der DAA.

Zur selben Zeit sucht Ulrich Hauck, der ein Büro für Bauplanung und -beratung im Kieler Nordwesten betreibt, einen neuen Mitarbeiter. Der Chef des mittleren Unternehmens mit 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möchte geflüchteten Menschen gern eine Chance geben. Als sich beide kennenlernen erinnert sich Ulrich Hauck: „Die Sprachkenntnisse waren für mich der Türöffner. Alles Fachliche kann man ‚on-the-job‘ lernen – aber die Verständigung muss klappen“.

Nun werden gemeinsam mit dem Jobcenter die nächsten Schritte geplant. Das Jobcenter bietet dem Arbeitgeber eine betriebliche Erprobung an, ein besonderes Förderinstrument des Jobcenters Kiel. „Ich wollte Samer und seine Arbeitsweise zunächst gern kennenlernen“ sagt Ulrich Hauck. „Deswegen habe ich mich für eine betriebliche Erprobung von drei Monaten entschieden“. Das Besondere dabei: die Erprobung ist für den Arbeitgeber kostenneutral.

Nach kurzer Zeit steht fest, dass Samer Alnajem fest in den Betrieb aufgenommen werden soll. Bis Ende 2017 ist Samer Alnajem nun beim Ingenieurbüro Hauck angestellt. Dann läuft seine Aufenthaltsgenehmigung aus. Der Kontakt zur Ausländerbehörde wurde vorsorglich schon jetzt  hergestellt. Auch hierbei unterstützen das Jobcenter, die Agentur für Arbeit und – in diesem besonderen Fall – Bianca Aktas von der DAA. Das gut funktionierende Netzwerk des Jobcenters Kiel hat sich hier erneut bewährt. Auch Ulrich Hauck ist mit der unkomplizierten und verlässlichen Zusammenarbeit zufrieden.

Das Team Vertrieb steht Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern unter der Mailadresse Kiel.Vertrieb-Kiel-Ploen@arbeitsagentur.de oder unter der Hotline des ArbeitgeberService 0800 4 5555 20 zur Verfügung.